Ablauf & Förderungen

Der Ablauf eines Prozesses im Sinne der umfassenen Dorferneuerung gliedert sich grundsätzlich in vier Phasen:

-) Phase 1 - Information der Ortsbevölkerung und Erhebung der Stärken und Schwächen des Dorfes

-) Phase 2 - inhaltliche Arbeit betreffend der nachhaltigkeitsrelevanten Zukunftsthemen in örtlichen Arbeitsgruppen zur Formulierung von Leitzielen, Maßnahmen und Projekten; diese Phase wird mit der Erstellung eines Leitbildes abgeschlossen

-) Phase 3 - Ausarbeitung, Einreichung und Detailplanung der beschlossenen Projekte und Maßnahmen auf Grundlage des Leitbildes

-) Phase 4 - Umsetzung der Projekte samt Fertigstellung und Endabrechnung

 

Phase 1 und 2 werden verpflichtet von einem/einer ProzessbegleiterIn betreut, die/der den Prozess professionell moderiert und leitet. Die Kosten für die Prozessbegleitung für Phase 1 werden mit 80% (max. 10.000 Euro - 65% bei Planungsregionen), für Phase 2 mit 60% (max. 10.000 Euro - 65% bei Planungsregionen) gefördert. Planungsregionen sind ein Zusammenschluss von mehreren Gemeinden, die gemeinsam einen ortsübergreifenden Dorferneuerungsprozess durchführen.

Für die Umsetzung der konkreten Projekte (Phase 4) gibt es einen Katalog an förderfähigen Projekten, in dem die über die Dorferneuerung förderbaren Maßnahmen samt Förderhöhen aufgelistet sind. Dieser ist Teil der Dorferneuerungs-Richtlinien 2011, die im -> Download-Bereich zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Seit Inkrafttreten der Dorferneuerungs-Richtlinien 2011 sind auch örtlich ansässige, gemeinnützige Vereine, sowie Sportvereine zur Einreichung von Projekten berechtigt. Auch können nun Eigenleistungen anerkannt werden.

 

ACHTUNG! Es sei explizit darauf verwiesen, dass bei den Einzelprojekten keine Leasing-Modelle förderbar sind. Bei der Finanzierung der Eigenmittel für die Projekte ist dies im Vorfeld mit der Förderstelle abzuklären. Auch sei darauf hingewiesen, dass nur die Nettosummen (ohne Umsatzsteuer) förderbar ist, und dass nur Projekte förderfähig sind, deren Umsetzung noch nicht begonnen hat - bitte nehmen Sie noch VOR Beginn der Umsetzung Kontakt mit dem Referat für Dorferneuerung auf. Anerkennungsstichtag für Einzelprojekte ist der Tag der Beschlussfassung durch den Dorferneuerungs-Beirat - vor diesem Termin können keine Zahlungen geleistet werden, die später auch gefördert werden sollen!
Die Gesamtkosten des Dorferneuerungsprozesses und der Einzelprojekte müssen vom Förderwerber vorfinanziert werden. Die Auszahlung der Förderung kann erst nach Abschluss der jeweiligen Phasen, bzw. des Projekts stattfinden.
Auch ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die (förderbare) Planung für ein Einzelprojekt nicht von der/vom ProzessbegleiterIn durchgeführt werden darf, die/der zuvor im Zuge des Dorferneuerungsprozesses im Ort tätig war.

Fördermittel können nur im Rahmen der Verfügbarkeit vergeben werden - es besteht keinerlei Rechtsanspruch! 

 Vor Beginn eines Prozesses oder der detailierten Ausarbeitung eines Projektes empfiehlt es sich dringend mit der -> zuständigen Lokalen Aktionsgruppe (LAG) und der zuständigen Förderstelle (-> Referat für Dorferneuerung) Kontakt aufzunehmen. Diese Stellen beraten Sie auch gerne und stehen bei der Einreichung und bei den Formalitäten helfend zur Seite.

 

 

Der konkrete Ablauf für die umfassende Dorferneuerung sieht folgendermaßen aus:

 

Gemeinderatsbeschluss über die Abhaltung eines Dorferneuerungsprozesses

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die Gemeinde holt mindestens drei Angebote von ProzessbegleiterInnen ein

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Einreichung des Förderansuchens bei der Förderstelle (-> Referat für Dorferneuerung) mittels Formular (-> Download-Bereich). -> LAG hilft bei der Antragstellung
(Datum des Eingangsstempels bei Förderstelle ist Anerkennungsstichtag - ab jetzt kann mit der Umsetzung begonnen werden)

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Dorferneuerungsbeirat nimmt Einreichung zur Kenntnis

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Beschluss der Förderung für den Dorferneuerungsprozess durch LAG-Vorstand, Koordinierungssitzung der Landesregierung

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ProzessbegleiterIn wird bestellt

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Start der Aktion, ProzessbegleiterIn wird aktiv: Phase 1 - Information der Bevölkerung (Öffentlichkeitsarbeit) und Erhebung der Stärken und Schwächen, Kernteam (Steuergruppe) formiert sich

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Beginn der Phase 2 - themenspezifische Arbeitsgruppen nehmen ihre Arbeit auf und formulieren nachhaltige Maßnahmen und Projekte für die Gemeinde

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Zusammenfassung der geplanten Projekte und Maßnahmen im Leitbild - Formulierung des Gemeindeleitbildes

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Beschluss des Leitbildes durch den Gemeinderat (Abschluss der 2. Phase und somit des Dorferneuerungsprozesses)

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Beginn der Detailplanung und Umsetzung der konkreten Projekte (Phase 3)

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Beschluss eines Projekts durch den Gemeinderat

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gegebenenfalls Einreichung des Projekts bei der Förderstelle (Referat für Dorferneuerung) mittels Formular (-> Download-Bereich) - Planliche Darstellung, Projektkonzept, Kostenschätzung - Kostenvoranschläge

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Dorferneuerungsbeirat begutachtet und beschließt Projekt (Anerkennungsstichtag: ab jetzt kann mit der Umsetzung begonnen werden)

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Beschluss der Förderung für den Dorferneuerungsprozess durch LAG-Vorstand, Koordinierungssitzung der Landesregierung

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Projektumsetzung (im Normalfall binnen zweier Jahre)

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Abschlusskontrolle durch die Förderstelle, Auszahlung des Förderbeitrages

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Nachfolgend oder parallel: Ausarbeitung und Einreichung weiterer Projekte

 

Förderungsmaßnahmen und Höhe der Förderungen im Rahmen der Prozessbegleitung

 -) Die Kosten für die Prozessbegleitung der Phase 1 können im Rahmen der verfügbaren Mittel mit einem nicht rückzahlbaren Beitrag im Ausmaß von höchstens 80 %, der erwachsenen und anerkannten Nettokosten, jedoch bis zu 10.000 Euro, gefördert werden, wenn vom Amt der Burgenländischen Landesregierung keine Prozessbegleiterin oder kein Prozessbegleiter zur Verfügung gestellt werden kann und deshalb eine Prozessbegleiterin oder ein Prozessbegleiter eingesetzt wird, welche oder welcher nicht dem Amt der Burgenländischen Landesregierung angehört.

-) Die Kosten für die Erstellung des Leitbildes Phase 2 können im Rahmen der verfügbaren Mittel mit einem nicht rückzahlbaren Beitrag im Ausmaß von höchstens 60 %, der erwachsenen und anerkannten Nettokosten, höchstens jedoch bis zu 10.000 Euro, gefördert werden.