Experten beraten zum Thema flächendeckende Nahversorgung im Burgenland

Workshop: „Sicherung der Nahversorgung in den burgenländischen Gemeinden“

Im Rahmen eines Workshops im Eisenstädter Landhaus wurden mit ExpertInnen aus den Bereichen Dorferneuerung, Raumplanung und Vertretern der LEADER-Gruppen des Burgenlandes erste Zwischenergebnisse, der im Herbst vergangenen Jahres vom -> Verein UNSER DORF beauftragten Untersuchung zur „Sicherung der Nahversorgung in den burgenländischen Gemeinden“ präsentiert. Die Studie wird von Univ.-Ass. DIin Dr.in Doris Damyanovic und DI Florian Reinwald vom Institut für Landschaftsplanung (ILAP) der BOKU Wien durchgeführt.

„Die Förderung der flächendeckenden Nahversorgung im Burgenland ist mir ein großes Anliegen. Daher wird dieses Thema auch im Rahmen des laufenden Programmierungsprozesses „Burgenland 2020“ für die kommende EU-Förderperiode 2014-2020 einen besonderen Schwerpunkt darstellen,“ betont Landesrätin Dunst.

Im Zuge der Studie wurde in einem ersten Schritt grundlegenden Daten und der Status quo im Burgenland erhoben, aber auch Best Practice-Beispiele aus anderen Bundesländern und auch international gesammelt. In weiteren Arbeitspaketen werden darauf aufbauend, Empfehlungen zu Strategien und Instrumenten vor allem für die Dorferneuerung entwickelt, vorgestellt und diskutiert, wie die Nahversorgung bestmöglich sichergestellt werden kann.

„Ziel der Studie ist, Grundlagen für die Entwicklung einer Strategie und konkreten Instrumenten zur Sicherung der Nahversorgung im Burgenland, als eines der Kernthemen der Entwicklung des ländlichen Raumes, zu erarbeiten, betont der Geschäftsführer des Vereins UNSER DORF, DI Hannes Klein.

Konkrete Endergebnisse werden im Frühjahr 2013 erwartet.

Bgld. Landesmedienservice

Foto: DI Hannes Klein, DI Florian Reinwald und LRin Verena Dunst (Bgld. Landesmedienservice)

 

Hintergrundinfo Nahversorgung im Burgenland:

Eine Studie von Regio Data zeigt, dass 59 der 171 burgenländischen Gemeinden kein Lebensmittelgeschäft in ihrem Ort haben und sich auch die Struktur der Lebensmittelgeschäfte in den letzten Jahrzenten drastisch verändert hat. Neue Supermärkte entstehen hauptsächlich an den Ortsrändern, was für die Nahversorger in den Ortszentren eine starke Konkurrenz bedeutet. Die Auswirkungen auf die Gemeinden sind vielfältig: Der Verkehr nimmt zu, da die außerhalb der Ortsgebiete gelegenen Supermärkte meist nur mit dem Auto gut erreicht werden. Diese Entwicklung hat aber auch Auswirkungen auf die Belebung der Ortskerne, da die Lebensmittelgeschäfte für den täglichen Bedarf wichtige Frequenzbringer in den Ortszentren waren und deren Rückgang sich damit auch auf die anderen Nahversorger in der Gemeinde auswirkt. Aber auch Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Gemeinde sind zu beobachten, da die traditionellen Nahversorger in den Gemeinden mehr als die Versorgerfunktion haben.